Hej Sverige

Hej Sverige

So, heute kommen wir in unserem eigentlichen Zielland an: Hej Sverige!

Der erste Halt bringt uns über die Öresund-Brücke in die Küstenstadt Ystad, wo es direkt ziemlich schwedisch anmutet. Weitläufige Gelände und Häuschen in roten Klinkerfassaden, alles wie aus einem Guss. Schon auf der Fahrt hierher fällt auf, dass alle möglichen Straßenschilder wie “Achtung scharfe Kurve” oder die Katzenaugen am Straßenrand in den Nationalfarben gelb und blau sind. Hübsch.

In Ystad selbst müssen wir selbstverständlich zuerst das Loch im Bauch mit authentischem schwedischen Essen stopfen. Köttbullar kennt jeder, der in seinem Leben einmal einen Ikea besucht hat, aber zusätzlich wagen wir uns noch an die lokale Fischsuppe. Beides vorzüglich! Außerdem ist das tolle an Fremdwährung, also den schwedischen Kronen, dass man, wenn man nicht weiter darüber nachdenkt, völlig den Überblick darüber verliert was wie viel kostet. Wenn man dann noch wie wir alles mit Kreditkarte bezahlt, fühlt es sich an, als würde man mit Monopolygeld bezahlen. Also ist das alles quasi umsonst.

Um uns kulinarisch noch mehr weiterzubilden haben wir außerdem auf unserer Liste den berühmt berüchtigten Surströmming gesetzt und sind nur für diesen Zweck fix in den lokalen Supermarkt gewatschelt. Wir stehen also vor dem Kühlregal und fischen (hehe) eine Dose vom Surströmming für uns heraus, da bemerken wir wie uns ein schwedisches Ehepaar mit großen Augen von der Seite anstarrt. Die Frau stupst ihren Mann an und grinst in unsere Richtung; offensichtlich sind wir der Grund ihrer Belustigung. Als sich unsere Blicke treffen, zieht sie nur die Augenbrauen hoch und schüttelt wissend den Kopf. Wir müssen breit zurückgrinsen und geben ihr so zu verstehen, dass wir wissen, womit wir es mit der Dose aus dem Kühlregal zu tun haben. Stand jetzt denken wir zumindest, wir wüssten, auf was wir uns da einlassen. Fortsetzung folgt.

Als sich der nächste Wolkenbruch über uns auftut, beschließen wir uns auf zum Campingplatz in Kåseberga zu machen und folgen einer langen, vom dunklen Wald umsäumten Straße bis zu unserer Destination. Ja, das Leben im Camper bringt schon auch die notwendigen Begrenzungen mit sich, aber vom Fahrer bzw Beifahrersitz anderhalb Meter weiter ins immer gemachte Bett fallen zu können, hat definitv etwas für sich.

Ein anderthalbstündiges Nickerchen später wirds Zeit für unserem Ausflug zum “Ales Stenar”. Dabei handelt es sich um 59 in einer Schiffsform angeordneten Steine (ziemlich große Steine) die dort seit rund 1400 Jahren tapfer die Stellung halten. Vermutlich ist dies ein ehemaliger Kultplatz der Wikinger und natürlich direkt an der Küste. Also so wirklich direkt, denn ein paar Meter weiter gehts ziemlich steil und ziemlich tief hinab, wo die rauen Wellen hart an Land klatschen. Auf diesen klippenartigen Anhöhen grasen Rinder wenig beeindruckt von der historischen Stätte oder dem Wahnsinnswind. Unsereins könnte es am Rand auf jeden Fall mindestens davonpusten. Das ist einer dieser Momente, in denen die Realisation einsinkt, wie heftig die Natur und die Witterung sind und wie klein und schwach der Mensch im Vergleich ist.

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