Viking mode on

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Die Weiterreise heute führt uns vom schönen Hamburg aus weiter in den Norden, um nochmal ordentlich Strecke am Stück zu machen.

Fahrerfütterung und Fahrerrast

Aber der Weg ist eben auch das Ziel, daher gibt es einen Zwischenstopp in Kopenhagen! Kurz nach der Grenze sieht die Landschaft irgendwie direkt wilder und nordischer aus. Die Überfahrt ins östliche Dänemark über Wasser wird zum visuellen Abenteuer: die ewigen Brücke übers Meer, die sich länger zieht, als man schauen kann.

Wir verlassen nun Midgard in unserem Drachenschiff und überqueren den Bifröst. Möge Heimdall über unsere Reise wachen!

Gegen 17 Uhr kommen wir auf unserem Campingplatz für die Nacht an und werden von einer fantastischen Rezeptionistin wärmstens in Empfang genommen. Rubens Kreditkarte wird nicht gelesen und nachdem Svenja bezahlt, verdonnert die Dame an der Rezeption Ruben als Gegenleistung zum Spüldienst in unserem mobilen Heim.

Svenja will statt des Spüldienstes aber lieber den Toilettendienst an Ruben abdrücken. Also darf Ruben brav die erste Runde unsere Campingtoilette leeren. Visuelles und olfaktorisches Abenteuer: es ist und bleibt eben ein Dixiklo im Miniformat. Jetzt ist es doch nachvollziehbar, dass man sich gegenseitig die sauberen Toilettentanks aus den Campern stiehlt.

Die Campingtoilette kann bei ausreichender Füllung so schwer werden, dass man sie als Trolley hinter sich herziehen muss

Auf dem Weg nach Kopenhagen rein dürfen wir feststellen, dass die Ticketautomaten in Dänemark genau so unzuverlässig sind wie in Deutschland. “Aufgrund eines Systemfehlers konnte das Ziel nicht ausgewählt werden”, na vielen Dank. Aber hier oben in der Wildnis muss man anpassungsfähig sein, und so laden wir uns schnell die entsprechende App herunter und klicken uns in Windeseile durch die Registrierung. Das Ticket landet auf unserem Handy in genau dem Moment, in dem wir in die Bahn einsteigen.

Wir tingeln durch die Stadt und stolpern an der Flusspromenade über ein Event, bei dem sich ein Haufen Leute mit quietschbunten Bojen auf den Rücken durchs kalte Nass quälen (hier hat es heute nur 17°C). Auf den Bannern drumherum steht bestimmt drauf um was es dabei geht, aber leider sprechen wir kein Wikinger. An jeder Ecke sieht man ein imposantes Gebäude stehen, über die wir euch leider auch gar nichts erzählen können. So sieht also eine Stadt aus, die nicht während des zweiten Weltkriegs zerbombt wurde.

Imposanter Typ vor imposantem Gebäude

Der Tag in Kopenhagen ist etwas kurz, aber zwei Dinge wollen wir uns nicht entgehen lassen: Christiania und Reffen. Christiania ist ein alternativer, selbstverwalteter Freistaat mitten in Kopenhagen. Das ganze entstand 1971 aus einer Kasernenbesetzung durch Aktivisten und Hippies heraus und hat sich zu einer Kommune mit circa 900 Bewohner*innen entwickelt. Unsere Informationen sind übrigens alle sehr gewissenhaft recherchiert und basieren keinesfalls auf gefährlichem Halbwissen, das man irgendwo mal aufgeschnappt hat. Googlet aber nicht nach. Hier gibt es mehr zu sehen, als uns die Zeit erlaubt. Viel Kunst, Musik-Locations, Cafés, Werkstätten, Natur. Den Besuch auf jeden Fall wert.

Zum Abschluss des Tages widmen wir uns unserer Lieblingsbeschäftigung und fressen uns durch die Streetfoodstände auf dem Dauer-Streetfood-Festival Reffen. Einen original dänischen Hotdog und mit Knoblauch und Parmesan überbackenen Pommes später kickt auch direkt der Brand. Warum genau die beiden Gerichte? Das ist historisch gewachsen, Grüße gehen raus an unsere Mango (<3). Kurz setzt starker Regen ein, den wir gekonnt aussitzen. Die dafür nötige Hornhaut am Hintern haben wir uns die letzen zwei Tage auf den Autofahrten schon angezüchtet. Dann rollen wir uns langsam zurück zur Haltestelle, um Bus und Bahn zurück zum Camper zu nehmen. Der Knoblauchdunst begleitet uns noch immer und wohl oder übel auch unsere Mitpassagiere.

In der heutigen Folge “Seven vs Wild” lernen wir, dass Feuer sehr wichtig ist und dass man keine Baumstämme auf den Kopf bekommen sollte. Wir machen fleißig Notizen.

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