Huhu, wir sinds wieder!

Huhu, wir sinds wieder!

Moin! Nach einer längeren Pause sind wir jetzt wieder unterwegs um die Welt weiter zu erkunden. Wir halten uns ran und nehmen auf dem Weg nach Schweden gleich noch etwas Städeturlaub mit, bevor es in die Wildnis geht. Uns bleiben ja nur noch 71 Jahre für all die anderen Länder der Welt, wenn wir dem Titel unseres Blogs gerecht werden wollen. Also los gehts!

Los geeeehts

Mit einem gemieteten Campervan machen wir uns am Mittwoch mittag auf in den Norden. Halben Hausstand einladen, Roadtrip Playlist anschmeißen und erstmal lernen, mit einem sechs Meter langen Auto umzugehen. Erster Ankerpunkt: freie Hansestadt Hamburg. Spätabends am Campingplatz ankommen und direkt die Warnung unseres ADAC-Mietwagen-Übergabe-Menschen (“Camper stehen heutzutage im Krieg miteinander”) bestätigt zu sehen, als eine Mutter mit ihren zwei Töchtern an uns vorbei zur Rezeption sprintet, um noch den letzten Platz im schöneren Part des Campingparks zu bekommen. Das lässt seine andere Anekdote (“schließt eure gereinigte Campingtoilette ab, weil sonst andere Camper sie gegen ihre verschissene ungereinigte Campingtoilette austauschen”) nicht länger hyperbolisch erscheinen und macht uns gespannt, was da wohl noch kommen mag. Nach der Ankunft noch kurz duschen und dann erschöpft ins Bett fallen.

Heute morgen stehen wir super früh auf, vielleicht war es 10 oder auch 11 Uhr, um einen Parkplatz zu suchen und die Stadt zu erkunden. Wir parken auf einem schönen Waldparkplatz und fahren dann mit den Öffis in die Stadt, um zu erleben, was Hamburg so zu bieten hat. Einen Städteguide braucht es nicht, so oft wie Svenja schon hier war ist Hamburg inzwischen zu ihrer zweiten Heimat geworden. Also direkt rein in den Lieblingsstadtteil: das Schanzenviertel. Ein linksversiffter Ort wo es nur an manchen Stellen nach Pisse riecht und wo noch an manchen (nicht immer den gleichen) Stellen noch Kommunismus gelebt wird (Flora bleibt). Dort gab es für uns dann auch direkt etwas original Hamburgerisches zu essen: einen Croque. Ein von den Franzosen inspiriertes (croquer = knacken, beißen) aber in Hamburg verbessertes Baguette mit vielen Belägen und mit Käse überbacken. Schmeckt!

Croque mit Vodoo Dressing

Einen kleinen Spaziergang durch St. Pauli und die Reeperbahn später landen wir im Hafen von Hamburg, wo wir uns auf eine Rundfahrt auf einer Barkasse durch die Speicherstadt und den Containerhafen einlassen. Dort gibt es viel zu sehen und auch zu lernen. Wusstet ihr, dass Hamburgs Hafen bereits 873 Jahre alt ist? Oder dass die ins Wasser gelassenen Eichenstämme durch den Kontakt mit dem Wasser Gerbsäure bilden und dadurch hart wie Beton werden und darauf das Fundament der Speicherstadt fußt? Wir bis dahin auch nicht! Korrigiere: Ruben bis dahin nicht! Svenni hat die Tour schon drei mal gemacht. Muss sich also lohnen!

hat bald die Patente A,B,C und die Nummer 6

Alles schon gehört, alles schon gesehen

Nach der Rundfahrt und einem Fischbrötchen unten am Hafen gehen wir noch auf die Elbphilharmonie hoch. Noch ist der Eintritt kostenlos, bald soll es 5€ kosten diese ewig anmutende Rolltrepe hochzufahren, die einen 37m hoch zu (zugegeben) schönen Ausblicken befördert. Vermutlich sind die kommenden Eintrittskosten ein Versuch, die Baukosten wieder reinzuholen. 77 Millionen Euro. Hätte es eigentlich kosten sollen, mit 4 Jahren Bauzeit. Tatsächliche Kosten lagen dann bei 866 Millionen Euro und 10 Jahren Bauzeit. Da fragt man sich doch, wie man sich so brutal verschätzen und verkalkulieren kann.

(Rubens Einordnung: Die Antwort darauf liefert uns natürlich die Spieltheorie. Weniger als Naivität haben hier eher rein rationale Anreize auf beiden Seiten ihre Finger im Spiel. Baukosten werden strategisch unterschätzt, um das Bauprojekt genehmigt zu bekommen. Baufirmen die sich darauf bewerben, kalkulieren knapp, um Zusagen zu bekommen. Sobald mal gebaut wird, sorgen die bereits investierten Kosten dafür, dass noch weitere Mittel genehmigt werden - ein Baustopp wäre politisch verheerender als alles andere. Für jeden einzelnen Akteur ist es zu jeder Zeit rational, kurzfristig zu denken und den eigenen Profit zu maximieren. Ein klassisches Koordinationsproblem, bei dem die Allgemeinheit verliert. (Ihr dachtet das wär ein simpler Reiseblog? Dachte ich bis eben auch. So kann man sich irren. (Weiterführende Literatur auf Anfrage.)))

Die Elbphi, auch gerne das Bermudadreieck der Steuergelder genannt

Der Hintergrund ist zwar hell, aber ich bin Heller

Den frühen Abend erreicht, machen wir uns auf den Weg zurück Richtung Camper, allerdings nicht ohne vorher noch dem Jungfernstieg und der Biinnenalster einen Besuch abzustatten. Das etwas versnobte Kontrastprogramm zum Schanzenviertel. Auf dem Waldparkplatz im Camper essen wir gemütlich zu Abend (Vesper) und machen es uns dann gemütlich bei etwas Lektüre oder auch einer Folge 7 vs. Wild. Schließlich müssen wir uns ja auf die Wildnis in Schweden vorbereiten. Ganz entspannt von unserem Bett aus.

Survival Vorbereitungen laufen. Soll niemand sagen wir wären faul in unserer Vorbereitung

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