Patent A - check!

Patent A - check!

Wir verbringen unseren zweiten Tag in Immeln, was tatsächlich das erste Mal ist, dass wir an einem Ort für zwei Nächte bleiben. Unser Campingplatz liegt direkt am gleichnamigen riesigen See (Ruben hat sich gestern ja schon reingestürzt) und lädt zu weiteren Abenteuern zu Land und zu Wasser ein.

Vor ein paar Wochen waren unsere Freunde Jan & Philipp ebenfalls in Südschweden unterwegs. Als uns klar wurde, dass wir uns nur ganz knapp verpassen werden, haben wir uns zunächst ziemlich geärgert. Wäre fantabelhaft gewesen, die Chaoten hier zu treffen. ABER: die Beiden haben während ihres eigenen Urlaubs an uns gedacht und wissend, dass wir in einer ähnlichen Gegend unterwegs sein werden, einen Geocache für uns hinterlassen! Wie cool sind die denn bitte?! Das ist der beste Trost, den wir hätten kriegen können.

Die Rätsel haben wir per WhatsApp erhalten, wovon jedes jeweils einzelne Ziffern für die Koordinaten von dem Ort liefert, wo der Schatz für uns versteckt ist und sehnsüchtig auf seine Entdeckung wartet. Schnitzeljagd für Erwachsene. Die Rätsel haben wir (vornehmlich Ruben, da sehr zahlenlastig und ihr wisst, Svenjas Matheabi und so) bis auf eines selbst ausknobeln können. (Rubens Einordnung, die Zweite: hätte man das Rätsel um das es geht in ein lineares Gleichungssystem umgeschrieben, so wäre es ein unterbestimmtes Gleichungssystem gewesen. Zu viele Möglichkeiten die innerlich konsistent sind ohne zu wissen, welche die richtige ist. Der Lösungsraum ist zumindest für uns unüberschaubar groß. (Svenjas Einordnung: Ich weiß auch nicht was das bedeuten soll, aber meine Oreokekse schmecken sehr gut.)) Mit ein bisschen Hilfestellung vom Quizmaster ließ sich dann auch das letzte noch lösen. Die Koordinaten haben wir also und damit ist auch das Abenteuer und unsere Destination für morgen gesetzt!

Ansonsten bringt unser Tag heute noch eine laaange und extrem schöne Kanutour über “unseren” See direkt vor der Campertür mit sich. Wir paddeln einige Kilometer weit durch Nieselregen und Sonnenschein und entscheiden uns für eine kleine Pause auf einer Insel, die schätzugsweise gerade mal 20 qm groß ist und mitten im Wasser liegt. Seit heute, dem 01.09. gilt keine Schonfrist mehr für brütende Vögel, weshalb wir ausnahmslos überall anlegen dürfen. Wir können jedes Ufer und jedes Eiland erkunden, Beeren sammeln, theoretisch angeln (diesen Survivalskill haben wir noch nicht erworben) und darüber staunen, wie das Jedermannsrecht in Schweden umgesetzt werden kann. Und das abgefahrenste daran ist, dass offensichtlich mit einer Selbstverständlichkeit unheimlich wertschätzend mit der Natur hier und ihren Geschenken umgegangen wird. Heute und auch bisher ist uns kein Stück menschlichen Mülls oder sonst irgendetwas begegnet.

Ruben freut sich über das ausgedehnte Paddelworkout und Svenni fürchtet schon den morgigen Muskelkater, aber das ist gar nichts im Vergleich zu der Stille und dem Frieden, den wir in unserer Nussschale auf dem See spüren können. Und in unseren Köpfen keimen schon Ideen für die nächsten Abenteuer, vielleicht bald mit richtigem Survivaltouch (Campen ohne Oreokekse). Man braucht schließlich Ziele, auf die man hinarbeiten kann.

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