Surstromming 1 - Ruben 0

Die erste Nacht von “Sven vs Wild” wurde gut überstanden, dank geschickter Item-Wahl von Svenni:
- Messer
- Feuerstahl
- Parachord
- 1 Packung Oreo Kekse
- 1 Rösinenbrötchen mit Leberwurst
- Omas gestrickte Socken
- Ruben mit dem Camper und gesamten Hausstand
Wir starten den Tag also mit unseren jeweiligen Morgenroutinen: Ruben, angetrieben von der Angst im Urlaub Muskelmasse zu verlieren, unterhält den Campingplatz mit akrobatischen Kunststücken und Svenni schmeißt sich in Kuschelklamotten und braucht erstmal zwei Tassen Kaffee, um den ersten Schritt aus dem Camper zu wagen.

Nach den üblichen To-Dos wie Wassertank füllen und Abwasser loswerden machen wir uns mit der ABBA Diskografie auf den Ohren auf in Richtung Immeln. Svenja verdrückt sich wie immer die Tränen bei “Slipping through my Fingers” und Ruben brummt leidenschaftliche “Super-per Trouper-per” mit.
T minus 3 Stunden vor dem GAU
Nach dem inzwischen obligatorischen Mittagsschläfchen auf dem Zielcampingplatz geht es abermals raus in die schwedischen Wälder. Diesmal nicht zuletzt mit der Mission den Surstromming zu verköstigen. Ja, mit Absicht fernab anderer Leute und noch viel wichtiger, fernab unseres Schlafplatzes. Die Gründe sollten geläufig sein. Mit Müllsack für luftdichte Entsorgung, Kaugummis und Schutzkleidung in Form eines Regencapes ausgestattet nehmen wir den Dosenfisch mit auf unsere Wanderschaft. Und wie bisher gibt es auch wieder eine Menge zu entdecken.

Hier draußen kommt es dann auch zur Anwendung unserer Learnings aus “Seven vs Wild”. Birkenrinde eignet sich gut als Zunder und hier gibt es Unmengen an Birken. Wir wollen unsere Survivalskills (zu denen analog übrigens auch die Coolness steigt) ausbauen und dazu gehört selbstverständlich und unverzichtbarerweise das Feuermachen. Wir stopfen uns die Jackentaschen voll mit dem Zeug, das trockenste was wir nach tagelangen Regengüssen eben finden können.

Hier hat sich eine Svenni versteckt. Könnt ihr sie finden?
Gegen Ende unserer Tour suchen wir uns dann einen gemütlichen Felsbrocken fernab der Wanderwege, den wir zur Tafel für unser masochistisches Vorhaben erklären. Mit Schutzkleidung und Sicherheitsabstand beobachtet Svenni, wie Ruben die Dose extrem langsam und umso qualvoller Zentimeter für Zentimeter wegen Ermangelung eines Dosenöffners mit seinem Mutitool aufschlitzt. Es braucht genau einen Stich in die unter Druck stehende Dose und die Flüssigkeit spritzt Ruben entgegen und ungelogen direkt ins Gesicht. Das Würgen beginnt. Und das Würgen hält an.
Im Folgenden ein Drama in 4 Akten:

Ganz traditionell mit Tunnbröd zusammen (hat nicht geholfen). Das gesamte Video dazu ist auf Anfrage erhältlich.
Ruben ist zu Gute zu halten, dass er den Stinkefisch 1. geschluckt und 2. auch drin behalten hat.
Jetzt ist Svenja an der Reihe und ehrlich gesagt gibt es dazu nichts zu berichten. Sie findet weder den Geruch schlimm, noch den Geschmack. Sie beißt sogar noch ein zweites Mal ab. Ist halt extrem salzig. Das wars. Enttäuscht vom ausbleibenden Geschmackstrauma aber beflügelt von der Erhabenheit gegenüber Ruben stellt sie die Hypothese auf, dass es vielleicht ähnlich dem Koriander-Gen ein Surstromming-Gen gibt, das für diese Diskrepanz sorgt. Sonstige Ideen?

Auf Wunsch importieren wir eine Dose nach Deutschland, für jene die sich für mutig halten und sich ihr eigenes Bild machen wollen.
Nach der Rückkehr zum Camper reißt sich Ruben die mit Fischsaft bespritze Kleidung vom Leib und springt ohne zu Zögern in den ar***kalten See, um sich Zitat: “körperlich und seelisch von diesem Erlebnis reinzuwaschen”. Nach dem Tauchgang kann er zumindest wieder lächeln; die Hände wird er sich im Verlauf des Abends allerdings noch runzlig waschen.

Zur Krönung des heutigen Tages kommt noch die halbtrockene Birkenrinde und der Feuerstahl zum Zug. Und was gibt es noch zu sagen…ein Erfolgsgefühl diesen Ausmaßes hatte Svenni wohl zuletzt in ihrem 2-Punkte-Matheabi.

Kommentare
Kommentare werden geladen …