Kein Kaffee, nur Schnaps

Kein Kaffee, nur Schnaps

Der nächste Tag fuehrte uns wieder nach San José City, da von dort aus unsere Reise weiterging. Nachdem Ruben an Fasching mit seinem aberwitzigen Jesus Kostuem einen Reisegutschein fuer einen Tourenanbieter in Costa Rica gewonnen hat, haben wir einen 9 taegigen Adventure-Trip quer durchs Land mit einer Reisegruppe gebucht. Diese Reisegruppe sollten wir am Abend im Hotel bei einer Vorstellungsrunde und einem gemeinsamen Abendessen kennenlernen. Unsere Erwartungen (die so uebrigens von den Fotos der Website geschuert wurden): abenteuerlustige Backpacker von Anfang bis Mitte zwanzig. Die Realität: an einem Tisch mit 16 Leuten sind zwei ueber 70, fuenf Personen 50+ und der Rest irgendwo zwischen 30 und 40 Jahre alt. Nein, stimmt nicht, einen 21 Jaehrigen haben wir auch noch in unserer Mitte. Eine Gruppe mehr oder weniger skurriler Figuren, die ganz bestimmt fuer ‘Adventure’ sorgen. Die aeusserst interessante Kennenlernrunde hat zunaechst fuer stehende Nackenhaare gesorgt: eine Dame die permanent so viel redet, dass kaum der Guide mit seinen Infos zu Wort kommt, ein in den Midlife Crisis steckender Griesgram, der Gruppenclown und der ganze restliche Haufen, der sich freiwillig in dieses Verderben fuer die kommende Woche stuerzt. Was sich waehrend des Abendessens und auch im Laufe der naechsten Tage jedoch schnell gezeigt hat: erste Eindruecke sind oft einfach ueber Bord zu werfen. Tatsaechlich hat sich die Runde im Laufe des Abends und der naechsten Tage als wirklich liebenswert und sehr angenehm herausgestellt.

Der erste Tag unserer gemeinsamen Tour hielt einen Trip zu einer Kaffeeplantage fuer uns bereit. In ganz Costa Rica wird nur Arabica Kaffee angebaut, was unter anderen dazu beitraegt, dass aus Costa Rica der qualitativ hochwertigste Kaffee kommt. Exportiert wird der Kaffee vor allem nach Deutschland, von wo er weiter verarbeitet und verkauft wird.

Wir durften reife Kaffeekirschen ernten und sie durch die weitere Verarbeitung auf der Plantage begleiten.

Um halb elf bekamen wir den ersten Shot Kaffeelikoer (hats in sich) serviert, und halb zwoelf stellten wir auf der Plantage dann unseren eigenen Moonshine Zuckerrohrschnaps (rund 45%, kaum geniessbar) her und verkoestigten ihn und nach dem Mittagessen ueberraschte uns unser Guide mit einem Becher nicaraguanischem Rum (brennt wie Feuer im Rachen) fuer jeden.

Unser naechster Stopp und Aufenthaltsort war La Fortuna im Norden des Landes in der Provinz Alajuela, wo es als Willkommensgetraenk - wie koennte es anders sein - ein Glas Costa Rica Rum mit Passionsfrucht (der war gut) gab. Der Ort ist der am naehesten liegende am aktiven Vulkan Arenal (1633m), der 1968 zum letzten Mal in großem Maße ausgebrochen ist.

Um den ersten Abend perfekt ausklingen zu lassen, besuchten wir am Abend die Hot Springs (inklusive), die wie ein luxuriöses Wellness-Freibad angelegt und ausserhalb dieser Tour vermutlich jedes Budget gesprengt haetten. Und weil Dekadenz und Alkohol seit neuestem unser Ding sind, haben wir uns nach diesem harten ersten Tour-Tag einen wohlverdienten Cocktail in der im Wasser liegenden Poolbar gegoennt.

“Abenteuer”, ihr wisst bescheid.

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